Schnellkredit

Was ist ein Schnellkredit?

In Zeiten von Direktbanken und Onlinekrediten sind Verbraucher es gewöhnt, ihre Kreditgeschäfte schnell zu erledigen. Die Zusage über eine Finanzierung erfolgt im Internet innerhalb weniger Minuten. Die Auszahlung findet nach einer Prüfung der Unterlagen im Laufe von etwa einer Woche statt.

Ein Schnell- oder 24-Stunden-Kredit verspricht eine noch kürzere Wartezeit von der Genehmigung und bis zur Auszahlung. Der besondere Service besteht darin, dass die Kunden bereits am nächsten Tag die Kreditsumme auf ihrem Konto haben. Manche Anbieter werben sogar mit dem Eingang der Kreditsumme noch am selben Tag. Die Kreditnehmer sollten dabei allerdings den festgelegten, spätesten Abgabezeitpunkt des Kreditanbieters beachten.

Um die Kreditprüfung derart rasant leisten zu können, haben die Anbieter diverse Maßnahmen zur Beschleunigung der Abläufe ergriffen:

  • Eine Mikrokreditlinie: Bei Schnellkrediten handelt es sich in der Regel um Mikrokredite mit einer maximalen Kreditsumme von 1.500 Euro. Doch auch größere Kreditsummen sind als Schnellkredit realisierbar.
  • Die Unterlagen werden direkt hochgeladen. Der Postweg entfällt.
  • Der Kreditnehmer wird online identifiziert, zum Beispiel über das Video-Ident-Verfahren. Er muss nicht persönlich in einer Bank oder Postfiliale vorstellig werden.

Dabei übernimmt der Anbieter des Schnellkredits lediglich die Rolle des Vermittlers und arbeitet eng mit einer Bank zusammen.

Zu welchen Konditionen sind Schnellkredite möglich?

Gebühren

Hinzu kommen in der Regel Gebühren für eine Auszahlung binnen 24 Stunden. Um deren Höhe In Erfahrung zu bringen, ist jedoch manchmal der persönliche Kontakt zum Anbieter von Nöten. Es fallen keine Gebühren für den Kreditantrag an. Ebenfalls kostenlos sind die Kontoführung und die Vertragsunterlagen.

Kreditsumme und Laufzeit

Die Kreditsumme bewegt sich je nach Anbieter zwischen 50 und 5.000 Euro. In Ausnahmefällen ist die Beantragung eines Kredites von maximal 119.000 Euro möglich. Neukunden haben einen geringeren Kreditrahmen als Bestandskunden. Eine gängige Kreditsumme liegt bei 500 bis 600 Euro. Besonders zu beachten ist bei den 24-Stunden-Krediten, dass sie häufig eine extrem kurze Laufzeit haben. In der Regel bewegt sich diese zwischen 30 und 60 Tagen. Manche Anbieter bieten bei sehr großen Kreditsummen auch Laufzeiten von bis zu 9,5 Jahren an.

Zinssatz

Die Dienstleister verlangen für die Vermittlung von Schnellkrediten höhere Zinsen als vergleichbare Direktbanken. Dies liegt zuvorderst an der raschen Bearbeitung der Kreditanfragen. Des Weiteren ist das Risiko durch die nur oberflächliche Bonitätsprüfung und die fehlende Absicherung für den Kreditgeber höher. Dabei ist der Kreditzins ist einerseits bonitäts- als auch Anbieteranhängig. Er liegt bei etwa 7 bis 11 Prozent p. a. Damit ist er häufig sogar niedriger als der Zinssatz für den Dispositionskredit oder gar den Überziehungskredit. Bei letzterem duldet die Bank lediglich die Überziehung, verlangt aber einen hohen Aufschlag. Dies führt regelmäßig zu einem Zinssatz von über 13 Prozent.

SCHUFA

Die Kreditanfrage ist schufaneutral. Sie wird also nicht in der SCHUFA vermerkt. Kommt der Kreditvertrag zustande, wird er eingetragen. Sucht der Kreditnehmer nach einem SCHUFA-freien Kredit, ist dieser bei anderen Anbietern erhältlich.

 

Für wen eignet sich ein Schnellkredit?

 Schnellkredite sind besonders gut geeignet, wenn eine kleine Kreditsumme zur eiligen Überbrückung eines kurzen Zeitraumes benötigt wird. In der Regel ist dies der nächste Gehaltseingang. Daher rührt auch die kurze Kreditlaufzeit bei den meisten Anbietern. Daraus folgt, dass sich der Schnellkredit am besten für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler eignet. Doch auch Rentner und Studenten sind nicht von dieser Kreditart ausgeschlossen. Der Kreditnehmer muss lediglich volljährig sein und Einkommen nachweisen können sowie nicht überschuldet sein.

Banken legen bei der Kreditbearbeitung besonderen Wert auf die Bonität ihres Kunden. Im Gegensatz dazu verfolgen die Schnellkredit-Dienstleister den Grundsatz des Vertrauens. Durch eine gute Zahlungsmoral und eine regelmäßige Nutzung des Dienstes erwirbt der Kunde das Recht auf höhere Kreditsummen und längere Laufzeiten. Die Schnellkreditvermittler profitieren von dem geringeren Ausfallrisiko ihrer Kredite. Durch die kleine Kreditsumme müssen sie wenig abschreiben, falls ein Kunde den Kredit nicht zurückbezahlen kann. Mit Hilfe der kurzen Laufzeit ist ein schnelles Mahnverfahren möglich. Deshalb können sie es wagen, Kredite auf Vertrauensbasis zu vergeben.

Kreditnehmer mit mittlerer oder schlechter Bonität können Zinskosten sparen, wenn sie statt eines Dispositionskredits einen Schnellkredit in Anspruch nehmen – sofern sie von ihrer Hausbank einen solchen eingeräumt bekommen.

 

Was müssen Verbraucher beachten?

Bevor ein Schnellkredit beantragt wird, sollten die folgenden Punkte geprüft werden. Denn an einer finanziellen Notlage möchten sich leider auch schwarze Schafe bereichern. Seriöse Anbieter zeichnen sich hierdurch aus:

  • Keine Gebühren im Voraus: Für die Krediteingabe und -prüfung fallen keine Gebühren an.
  • Keine Bearbeitungsgebühr: Es werden keine Kosten für den Versand der Kreditunterlagen verlangt.
  • Identifikation: Der Kreditnehmer muss entweder per Post- oder Video-Identverfahren nachweisen, dass er in eigenem Namen handelt.
  • Der Hinweis, dass für eine Auszahlung innerhalb von 24 Stunden ein Aufschlag erhoben wird.
  • Der Zins ist höher als bei vergleichbaren Onlinekrediten. Aufgrund des Geschäftsmodells sind Niedrigzinsen nicht möglich. Bei Kampfzinsen sollten Verbraucher misstrauisch werden.

 

Der Kredit der Zukunft?

Die herkömmlichen Filialbanken stehen einer starken Konkurrenz aus dem Internet gegenüber. Dabei haben sie deren Vorteile häufig selbst geschaffen: Mit langen Bearbeitungszeiten, der Reduktion des Kunden auf seine Bonitätsnote und die starren internen Abläufe. Den persönlichen Ansprechpartner schätzt insbesondere die ältere Kundschaft. Die jungen Kunden mit Potential zieht es zu den Online-Angeboten.

Die Anbieter von Schnellkrediten profilieren sich mit ihrer Schnelligkeit, Kundenorientierung und einfachen Handhabe. Deshalb wird sich der Trend in Zukunft noch weiter von den Filialbanken weg, hin zu den Online-Anbietern von Krediten verschieben.

Denn der Kunde kann seinen Kredit inzwischen selbst innerhalb weniger Minuten beantragen. Im Gegensatz zu Filialbanken spart er viel Zeit: Er muss keinen Termin mit seinem Berater vereinbaren, nicht in der Wartehalle sitzen und anschließend ein einstündiges Beratungsgespräch absolvieren um dann auf die Kreditauszahlung zu warten. Die Bank hat dem nur den Service entgegenzusetzen, dass sie für den Kunden die Unterlagen kopiert. Bei einem Schnellkredit muss der Kreditnehmer sie selbst einscannen und hochladen.