Was ist die Kreditausfallversicherung?

In Zusammenhang mit einer Finanzierung sind Verbraucher immer wieder mit der Kreditausfallversicherung konfrontiert. Diese sichert sie ab, falls sie als Kreditnehmer aufgrund widriger Umstände nicht mehr in der Lage sind die Kreditraten zu bezahlen. Dabei sind der Tod, eine Arbeitsunfähigkeit auf Grund von Krankheit oder Unfall sowie die Arbeitslosigkeit gängige Risiken, die die Versicherung abdeckt. Die Versicherung übernimmt dann die fälligen Raten und mindert für den Kreditnehmer und sein direktes Umfeld die Belastung in einer ohnehin schwierigen Situation. Da sie die Ausfallrisiken für die finanzierende Bank senkt, kann die Kreditausfallversicherung als Sicherheit dienen. In diesem Fall kann sie Kreditnehmern dabei helfen, die bessere Chancen auf eine Kreditzusage oder bessere Kreditkonditionen zu erhalten.

Was gilt es zu beachten?

Es ist dringend angeraten, vor dem Vertragsabschluss der Kreditausfallversicherung die Allgemeinen und Besonderen Versicherungsbedingungen zu studieren. In diesen sind die Sonderfälle geregelt, bei denen der Versicherungsschutz eingeschränkt ist oder erlischt.

  • Verbraucher sollten beachten, dass die Kreditausfallversicherung bei einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit nur leistet, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: 1. Die Lohnfortzahlungen müssen abgeschlossen sein. Das bedeutet, dass der erkrankte Versicherungsnehmer in der Regel mindestens sechs Wochen bis zur Versicherungsleistung einkalkulieren muss. 2. Die Krankheit darf beim Vertragsabschluss nicht bekannt gewesen sein. Im Antrag der Kreditausfallversicherung finden sich in der Regel zwar keine Gesundheitsfragen. Dennoch sollte sich der Versicherungsnehmer hierdurch nicht zur Unehrlichkeit verleiten lassen. Manche Gesellschaften beugen dem vor und schließen bestimmte Erkrankungen als Leistungsgrund aus. Im Hinblick auf mögliche Berufskrankheiten, sollte der potentielle Versicherungsnehmer besonders auf diese Ausschlüsse achten. Ansonsten kann er im Krankheitsfall keinen Vorteil aus seinen Prämien ziehen.
  • Wird der Versicherte während der Kreditlaufzeit unverschuldet arbeitslos, ist eine Karenzzeit und / oder eine Wartezeit zu beachten. Diese schwankt je nach Versicherungsgesellschaft und beinhaltet eine Regelung zum frühesten möglichen Leistungsbeginn bei Arbeitslosigkeit. Bei den meisten Anbietern muss die Versicherung mindestens drei bis vier Monate bestanden haben, bevor die Arbeitslosigkeit eintritt. Es sind jedoch auch Regelungen mit bis zu sechs Monaten verbreitet. Neben der Karenzzeit kann auch eine maximale Auszahlungsdauer bei Arbeitslosigkeit vereinbart sein. Darüber hinaus werden keine Raten übernommen, falls der Versicherungsnehmer selbst gekündigt hat oder sich nicht um eine neue Anstellung bemüht.
  • Die Versicherung leistet die Raten oft direkt an die Bank. Der Schuldner und seine Angehörigen profitieren also nicht unmittelbar monetär von der Kreditausfallversicherung.
  • Situationen, die der Versicherungsnehmer selbst verschuldet hat, sind nie versichert. Dazu gehört beispielsweise eine selbstverschuldete Zahlungsunfähigkeit aufgrund eines aufwändigen Lebensstils.
  • Die Vertragsbedingungen für den Kredit und die Versicherung können voneinander abweichen. Daher muss vor dem Abschluss geprüft werden, ob sie auch vor dem vereinbarten Laufzeitende gekündigt werden kann. Die Kündigungsfristen können von wenigen Wochen bis zum Laufzeitende hinreichen. Bei Privatkrediten dürfen Banken keine Vorfälligkeitsentschädigung mehr verlangen, wenn der Kredit vor dem vereinbarten Laufzeitende vollständig getilgt wird. Für Versicherungen gilt das jedoch nicht. In der Regel erlischt die Versicherung, wenn der Versicherungsgrund entfällt. Dies ist bei einer vorzeitigen Tilgung der Fall.

Was kostet die Kreditausfallversicherung?

Die Kosten für die Kreditausfallversicherung berechnen sich anhand der Kreditsumme und der Laufzeit. Manche Banken und Versicherer beziehen in ihre Berechnungen auch die Bonität ein. Die Bandbreite der Versicherungskosten bewegt sich, je nach Anbieter, zwischen etwa 12 % bis über 20 % der Kreditsumme. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass die Versicherungsprämie für einen Kredit über 10.000 Euro zwischen 1.200 Euro und mehr als 2.000 Euro betragen kann. Bei der Kreditausfallversicherung handelt es sich um einen freiwilligen Finanzierungsbaustein. Daher fließen ihre Kosten nicht in die Berechnung des Effektivzinssatzes ein. Dennoch erhöht sie die monatliche Kreditrate, da die Prämien über die gesamte Laufzeit fällig werden.

In welchen Fällen lohnt sie sich?

  • Als Faustregel gilt: Je länger die Kreditlaufzeit und je höher der Kreditbetrag, desto eher lohnt sich eine Kreditausfallversicherung. Bei kleineren Anschaffungen, die über einen kurzen Zeitraum finanziert werden, erhöht sie die Gesamtkosten übermäßig. Des Weiteren sind geringe Laufzeiten und Kreditsummen gut planbar. Die Restschuld nimmt schnell ab und ist leichter zu tragen, auch wenn sich die finanziellen Umstände verschlechtern.
  • Viele Kreditnehmer wünschen sich in erster Linie eine Todesfallabsicherung für ihre Familie. Diese soll nicht das gemeinsame Heim aufgeben müssen, wenn der Hauptverdiener stirbt. Hier empfiehlt sich eine kostengünstigere Risikolebensversicherung.
  • Bestehen noch keine Unfall-, oder Berufsunfähigkeitsversicherungen kann die gesonderte Kreditabsicherung sinnvoll sein. Ansonsten droht eine Überversicherung.
  • Die Bank, die den Kredit vermittelt, empfiehlt meist nur eine Versicherungsgesellschaft, mit der sie kooperiert. Diese ist in der Regel jedoch nicht diejenige mit den besten Konditionen. Verbraucher sollten sich nicht bedrängen lassen und Vergleichsangebote einholen.
  • Für die Bank lohnt sie sich in jedem Fall. Einerseits bekommt sie für jeden vermittelten Vertrag eine Provision. Andererseits sichert sie sich mit einer Kreditausfallversicherung in erster Linie selbst ab. Sie vermeidet bei ausbleibenden Raten ein umständliches Klageverfahren und kann sich der Rückzahlung durch die Versicherungsgesellschaft sicher sein. Die Gefahr bei einer Insolvenz des Kreditnehmers wird verringert, da der Bankkredit nicht mit der Insolvenzmasse verrechnet wird.