Finanzierung Existenzgründer

Zu Beginn der Firmengründung stellt sich stets die Frage nach dem Geld. Finanzierung Existenzgründer: Wie kann ausreichend Kapital beschafft werden? Soll das erste Budget sich allein aus Eigenkapital finanzieren oder auch Fremdkapital beinhalten? In welchem Verhältnis sollen Eigen- und Fremdkapital zueinander stehen? Eigenkapital hat im Gegensatz zu Fremdkapital keine verbindliche Rückzahlungs- und Zinsverpflichtung. Dafür haben Fremdkapitalgeber kein Mitspracherecht und erwerben keine Firmenanteile. Die Abwägung zwischen den beiden Finanzierungsformen sollte vor der Gründung also wohlüberlegt sein. Die Finanzierungsstruktur fließt anschließend in den Businessplan ein. Dabei kann die Gründungsfinanzierung aus diesen Quellen erfolgen.

 

Finanzierung Existenzgründer

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Eigenkapital- Finanzierung Existenzgründer

Eigenes Eigenkapital

Die Basis einer jeden Existenzgründung ist das Vermögen, das dem Gründenden zu Beginn seines Vorhabens zur Verfügung steht. Dabei handelt es sich vorrangig um Spareinlagen. Sacheinlagen wie ein Firmenfahrzeug, Computer, Telefone oder ein Büro können ebenfalls als Eigenkapital eingebracht werden.

Eigenkapital aus dem persönlichen Umfeld

Das eigene Vermögen reicht in der Regel nicht aus, um ein Unternehmen zu gründen. Die ersten Ansprechpartner, um die finanzielle Ausgangslage zu verbessern, sind daher die Familie und Freunde des Existenzgründers. Sie können sich durch eine Eigenkapitaleinlage an dem Unternehmen beteiligen und erhalten dafür ein Mitspracherecht. Dieses entspricht ihrer Einlagequote am gesamten Eigenkapital. Abweichend von dieser Regelung können im gegenseitigen Einvernehmen anderweitige Ausgestaltungen gefunden werden. Diese sollten unbedingt vertraglich festgehalten werden – besonders hinsichtlich der Gewinnbeteiligung, der Mitsprache und der Haftung.

Gründerzuschüsse

Der Bund bietet, unter anderem über die KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau, verschiedene Gründerzuschüsse an. Diese müssen nicht zurückbezahlt werden und erhöhen das Eigenkapital. Allerdings müssen die Gründer für eine Bewilligung bestimmte Kriterien erfüllen. Ein Beispiel hierfür ist die Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit oder dem Hochschulstudium heraus. Ähnliche Programme haben auch die jeweiligen Landesbanken im Angebot.

Accelatoren und Inkubatoren

Über Accelatoren- und Inkubatorenprogramme können Existenzgründer sich in der frühesten Unternehmensphase um Eigenkapital bewerben. Hierfür präsentieren sie ihre Geschäftsidee und erhalten bei einem positiven Ausblick vonseiten der Kapitalgeber neben dem benötigten Geld auch operative Unterstützung. Existenzgründer, die sich für die Teilnahme qualifizieren, profitieren von den Kontakten und dem Know how ihrer Geschäftspartner. Die Programme sind in der Regel zeitlich begrenzt und zielen auf den erfolgreichen Unternehmensstart hin. Dabei haben Inkubatoren einen längeren Beteiligungshorizont als Accelatoren.

Crowdfunding

Über einschlägige Internetplattformen können Existenzgründer ihre Geschäftsidee und ihren Kapitalbedarf präsentieren. Findet dies Zustimmung, investieren Privatpersonen einen frei wählbaren Betrag in das Unternehmen. Sie erhalten dafür keine Unternehmensanteile. Das Prinzip des Crowdfunding gleicht daher eher einer Spende denn einer Unternehmensbeteiligung. Daher eignet sich diese Form der Kapitalbeschaffung nur für geringe Beträge.

Crowdinvesting

Das Crowdinvesting funktioniert wie das Crowdfunding. Allerdings sind hier die Investitionssummen größer und die Investoren haben an der Geschäftsentwicklung teil.

Private Eigenkapitalgeber

Manche vermögenden Privatpersonen investieren in junge Unternehmen. Dabei reicht deren unternehmerische Mitbestimmung von der bloßen Bereitstellung des Eigenkapitals bis hin zur umfangreichen operativen Mitarbeit. Deshalb ist es bei diesem Modell besonders wichtig, dass sich der Investor und der Existenzgründer über die Ausgestaltung ihrer Zusammenarbeit und der gemeinsamen Zielsetzung einig sind. Ansonsten ergibt sich ein Konfliktpotential, dass das neu gegründete Unternehmen zerstören kann – beispielsweise wenn der Investor seine Einlage vorzeitig zurückzieht.

Private Equity Firmen

Private Equity Gesellschaften haben sich auf die Finanzierung von Existenzgründern spezialisiert und daraus ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt. Sie haben viele Firmen in ihrem Portfolio und betreiben mit deren Geschäftsentwicklung eine professionelle Geldanlage. Die Betreuung des Existenzgründers spielt für sie eine untergeordnete Rolle.

Dienstleistungen oder Waren anstelle von Eigenkapital

Manche Investoren bringen kein Kapital in Unternehmen ein. Stattdessen stellen sie dem Existenzgründer Dienstleistungen wie Marketingmaßnahmen oder Waren zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten sie Firmenanteile.

 

Finanzierung Existenzgründer: Fremdkapital-Finanzierung

Kredite aus dem persönlichen Umfeld

Die Freunde und Familienangehörigen des Existenzgründers können ihm nicht nur Eigenkapital zur Verfügung stellen. Sie haben auch die Möglichkeit, ihm einen Kredit von Privat zu gewähren. Hierzu muss ein Kreditvertrag aufgesetzt werden, der sowohl die Laufzeit als auch die Fälligkeit und den Zins beinhaltet. Dabei kann auch ein zinsloser Kredit vereinbart werden. Der Kreditvertrag muss schriftlich verfasst sein, um beim Finanzamt anerkannt zu werden. Nur dann können die Belastungen aus dem Kreditverhältnis steuerlich berücksichtigt werden.

Die Hausbank

Die bereits bestehende Bankverbindung ist häufig die erste Anlaufstelle von Existenzgründern, wenn es um einen Kredit geht. Dies liegt darin begründet, dass die Ansprechpartner bereits bekannt sind und das Geschäftskonto von der Hausbank betreut wird. Speziell in der Gründungsphase ist es jedoch schwierig, hier eine Finanzierung zu bekommen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass bei der Gründung häufig weder belastbare Geschäftszahlen noch Sicherheiten vorliegen.

Förderprogramme des Bundes und der Länder

Der Gang zur Hausbank kann sich dennoch lohnen. Sie vermittelt nämlich die staatlichen Förderkredite für Existenzgründer. Diese zeichnen sich durch besonders niedrige Zinsen und attraktive Rückzahlungskonditionen aus. So ist beispielsweise der Förderkredit im ersten Jahr tilgungsfrei.

Ein Mikrokredit

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei einem Mikrokredit um einen Kleinkredit mit einer maximalen Laufzeit von drei Jahren. Er bietet sich für Existenzgründer an, die keinen großen Finanzierungsbedarf haben und eine überschaubare Kreditlaufzeit und -belastung schätzen. Die Genehmigungshürden für einen erfolgreichen Kreditantrag sind gering: Der Existenzgründer muss persönliche und Referenzen aus seinem Umfeld vorweisen können. Der Kredit wird über Bürgschaften abgesichert. Nach der Rückzahlung kann der nächste Mikrokredit mit einer Maximalsumme von 20.000 Euro aufgenommen werden. In Deutschland wird der Mikrokredit vom Mikrokreditfonds herausgegeben und von der GLS-Bank vermittelt.

Kredite von Privatpersonen

Finanzierung Existenzgründer: Sie kann des Weiteren durch Kredite von Privatpersonen geschehen. Dabei ist der einfachste Weg der Gang über Internetportale, die sich auf Kredite von Privatpersonen spezialisiert haben. Hier können sich die Existenzgründer selbst und ihre Geschäftsidee präsentieren. Besondere Priorität hat bei diesem Unterfangen die bisherige und die geplante Unternehmensentwicklung. Finden sich genug Personen, die bereit sind gemeinsam den Kredit bereitzustellen, übernimmt der Vermittler die weitere Abwicklung. Er kümmert sich um die Auszahlung der gesamten Kreditsumme und überwacht für die Geldgeber die Rückzahlung. Das besondere an diesen Portalen ist, dass der Existenzgründer selbst einen Kreditzins vorschlagen kann.