Börsenhandel für Einsteiger – Ein Leitfaden

Wer gerade damit beginnt seine Geldanlagen selbstständig zu verwalten, kann eine Vielzahl von Fehlern begehen. Der folgende Leitfaden soll dabei helfen, die häufigsten Anfängerfehler zu umgehen und das Kapital möglichst gewinnbringend und sicher anzulegen.

1. Wissen aneignen.

Wie funktioniert die Börse? Wer diese Frage nicht beantworten kann, tut gut daran, sich erst einmal mit den Grundlagen zu beschäftigen. Im Internet gibt es zahlreiche Quellen, die Grundwissen leicht verständlich und kostenlos aufbereiten. Ausgehend davon lässt sich das Wissen dann vertiefen. Empfehlenswert ist vor allem eine umfangreiche Beschäftigung mit Anlagestrategien und Risikodiversifikation. Wer Geld anlegen möchte, sollte in der Lage sein, Finanznachrichten zu verfolgen, ohne Fachbegriffe nachschlagen zu müssen, verschiedene Finanzprodukte und ihre Vor- und Nachteile kennen und in der Lage sein, Entscheidungen für und gegen bestimmte Finanzprodukte argumentativ zu stützen.

2. Ziele festsetzen.

Eine allgemeingültige Anlagestrategie gibt es nicht. Verschiedene Interessen und Möglichkeiten erfordern eine individuelle Ausrichtung. Bevor ein Interessent überhaupt daran denkt, Geld anzulegen, sollte er deswegen folgende Fragen beantworten:

Was sind meine langfristigen Ziele?

Wie risikobereit bin ich?

Wie schaffe ich es, das Risiko zu diversifizieren?

Wie viel Kapital steht mir langfristig zur Verfügung?

Welches ist mein bevorzugtes Finanzprodukt und erfüllt es tatsächlich meine Anforderungen?

Wie und wo will ich handeln?

Wie viel Zeit will ich investieren?

Auf Grundlage der Antworten werden die zahlreichen Investitionsmöglichkeiten meist schon erheblich eingeschränkt und das Kapital kann prozentual verschiedenen Assetklassen zugeordnet werden.

3. Vorsichtig sein

Gerade wenn risikoreichere Geldanlagen teil der Anlagestrategie sind, sollte die oben ausgearbeitete Strategie zu Beginn getestet werden. Viele Online-Broker bieten zu diesem Zweck Demokonten an, in denen der Börsen- oder Währungshandel geübt werden kann. In der Zwischenzeit sollte das vorgesehene Kapital eher konservativ angelegt werden. Auf diese Weise lassen sich Anleger zwar möglicherweise einen Teil der Rendite entgehen, verhindern jedoch auch Verluste durch Anfängerfehler. Erst wenn sich die Strategie als erfolgreich herausstellt, sollte echtes Geld investiert werden. Dabei ist es wichtig, Erfolge und Misserfolge zu evaluieren, um aus ihnen lernen zu können. Anschließend empfiehlt es sich, den Anteil an Echtgeld langsam zu erhöhen.

Einer der wichtigsten Ratschläge ist jedoch: Niemals Geld investieren, dass anderweitig benötigt wird oder nicht vorhanden ist. Wer aufgrund von Geldanlagen Kredite aufnehmen muss, macht Verluste. Deswegen darf nur Kapital eingesetzt werden, dass über einen Zeitraum von mehreren Monaten bis Jahren nicht benötigt wird.

4. Nicht beeinflussen lassen.

Die meisten Privatanleger begehen zwei Fehler: Sie verkaufen Wertpapiere im Verlustfall zu spät und im Gewinnfall zu früh. Wenn Aktien fallen, sollten Anleger nicht nervös werden, sondern sich mit den Gründen beschäftigen. Häufig ist es wahrscheinlich, dass die Aktie bald darauf wieder steigt. Ähnliches gilt bei Gewinnen: Viele Anleger warten das Hoch nicht ab, sondern steigen zu früh aus. Auch hier sollten Anleger durch Hintergrundinformationen in Erfahrung bringen, ob eine weitere Kurssteigerung wahrscheinlich ist.